Geht es nach dem Willen des Moosacher Bezirksausschusses (BA10), wird es am neu gestalteten Moosacher Stachus künftig keine Belästigung mehr durch klirrendes Altglas geben. Einstimmig beschloss das Stadtteilparlament auf seiner jüngsten Sitzung, dass dort im Zuge der Oberflächenwiederherstellung nach dem U-Bahn-Bau Unterflurcontainer errichtet werden sollen, in denen die Bürger Glas, Dosen und Kunststoffe aus dem Hausmüll unterirdisch entsorgen können.
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Ungeklärt ist allerdings die Finanzierung. Derzeit gibt es am Moosacher Bahnhof keine Behälter, in denen die Anwohner ihren getrennten Müll ordnungsgemäß entsorgen können. Sämtliche Container mussten der Baustelle weichen. »Es ist aber wichtig, dass dort nach dem Bau der U-Bahn wieder welche hinkommen«, sagt die BA-Vorsitzende Johanna Salzhuber (SPD). Allerdings sei es nicht ganz einfach, einen geeigneten Standort zu finden. »Es gibt nämlich einige Auflagen«, weiß sie.
So müssten bestimmte Abstände zu den umliegenden Häusern eingehalten werden. Eine Alternative seien sogenannte Unterflurcontainer, bei denen Altglas und andere wiederverwertbare Stoffe jeweils durch einen schmalen, etwa ein Meter hohen Schacht in einen in den Boden eingelassenen Behälter eingeworfen werden. »Für diese Container gibt es keine Vorschriften, was die Nähe zu den Wohngebieten angeht«, erklärt Elke Wildtraut, Sprecherin des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM). Der Grund: Weil der Müll unter der Erde auf dem Grund auftrifft, verursacht das Einwerfen kaum Lärm. Eingerichtet wurden Unterflurcontainer im Winter vergangenen Jahres bereits in der Riemer Messestadt. »Daher kannte ich das System und habe vorgeschlagen, sie auch in Moosach aufzustellen«, sagt Veronika Kahl (ÖDP), die den Antrag in den BA eingebracht hat.
Bei den Lokalpolitikern fand die Idee großen Anklang, die Zustimmung erfolgte über alle Fraktionen hinweg einstimmig. »Man gewinnt dadurch mehr Platz und es sieht auch schöner aus als herkömmliche Container«, sagt Salzhuber. Inzwischen hat sich die BA-Chefin schon mit dem Unternehmen Remondis in Verbindung gesetzt, das für die Müllentsorgung im Viertel zuständig ist. Die Firma sei bereit, die Behälter zu leeren und bei der Standortsuche zu helfen. Einzige Voraussetzung: Die Stadt müsse den Bau finanzieren. Das allerdings ist nicht ganz billig. »Unterflurcontainer kosten in etwa das Zehnfache wie reguläre Modelle«, sagt Wildtraut. Der Preis: stolze 50.000 Euro pro Behälter.
Nach derzeitigem Stand sei eine Übernahme der Kosten durch die Kommune nicht möglich. »Grundsätzlich ist für die Einrichtung das Entsorgungsunternehmen und nicht die Stadt zuständig«, so das AWM. Zudem seien die Verhältnisse in Moosach ganz anders als in Riem. »Die Messestadt wurde am Reißbrett geplant, da konnte man die Container viel leichter mit einbinden«, sagt sie. Moosach sei dagegen ein gewachsener Stadtteil. Ob Remondis die Baukosten für den unterirdischen Container tragen wird, ist indes noch unklar. »Zu laufenden Angelegenheiten äußern wir uns nicht«, sagt Sprecher Michael Schneider. Julia Stark