Veröffentlicht am 16.10.2022 18:11

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Von Beatrix Köber [kö] (b.koeber@gmx.de, bko)
Am Multikulturellen Jugendzentrum (MKJZ) wird getauscht und geteilt: Sowohl beim gemeinschaftlichen Gärtnern (Gemüsebeet links im Bild), als auch am Tauschregal. (Foto: Beatrix Köber)
Am Multikulturellen Jugendzentrum (MKJZ) wird getauscht und geteilt: Sowohl beim gemeinschaftlichen Gärtnern (Gemüsebeet links im Bild), als auch am Tauschregal. (Foto: Beatrix Köber)
Am Multikulturellen Jugendzentrum (MKJZ) wird getauscht und geteilt: Sowohl beim gemeinschaftlichen Gärtnern (Gemüsebeet links im Bild), als auch am Tauschregal. (Foto: Beatrix Köber)
Am Multikulturellen Jugendzentrum (MKJZ) wird getauscht und geteilt: Sowohl beim gemeinschaftlichen Gärtnern (Gemüsebeet links im Bild), als auch am Tauschregal. (Foto: Beatrix Köber)
Am Multikulturellen Jugendzentrum (MKJZ) wird getauscht und geteilt: Sowohl beim gemeinschaftlichen Gärtnern (Gemüsebeet links im Bild), als auch am Tauschregal. (Foto: Beatrix Köber)

„Das Westend teilt“ – dieses Motto der Gemeinschaft und Solidarität haben sich viele Stadtteilbewohner zu eigen gemacht. Am Tausch- und Teilregal, das vor dem Multikulturellen Jugendzentrum (MKJZ) in der Westendstraße 66a postiert ist, lädt der Slogan dazu ein, reinzulegen, was man nicht mehr braucht und rauszunehmen, was einem nützlich ist. So wird rege und nachhaltig unter Nachbarn weitergegeben statt weggeworfen. „Die Resonanz ist sehr groß, von Blumenau bis nach Freimann kommen Bürger:Innen ins Wesend und bewundern das Regal“, sagt Jugendzentrumsleiter Ismail Sahin, der das Tauschregal ins Leben rief. Im Rahmen der diesjährigen Bürgerversammlung setzte sich nun eine Bürgerin dafür ein, dass für das Projekt „Westend teilt“ ein Raum zur Verfügung gestellt werde, denkbar auch nur als Zwischennutzung, damit noch mehr geteilt werde. Vier Vorschläge liegen jetzt auf dem Tisch, wo ein Tausch-Raum entstehen könnte.

Drei Ideen von FöBE

Mehr „Westend teilt“, dafür stimmte eine große Mehrheit bei der diesjährigen Bürgerversammlung im April. Und weil das Projekt null kommerziell ist und also kein Einkommen generiert werde, aus dem etwa die Miete für einen Raum beglichen werden könnte, beantragt eine Stadtteilbewohnerin, dass die Stadt einen geeigneten Raum dafür zur Verfügung stellen solle. Um diese Bürgerversammlungsempfehlung für die Etablierung eines Raumes, in dem getauscht und geteilt werden kann, hat sich inzwischen das Sozialreferat, Abteilung Gesellschaftliches Engagement - Bürgerschaftliches Engagement gekümmert. „Da der Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement über keine eigenen Räume im Stadtteil Westend verfügt, wurden Anfragen an die Kooperationspartner*innen, das Selbsthilfezentrum in der Westendstraße und die Förderstelle für Bürgerschaftliches Engagement (FöBE) gesendet, mit der Bitte um Unterstützung bei der Suche nach Umsetzungsmöglichkeiten“, teilt die Behörde mit jüngstem Schreiben mit. FöBE hat nun drei Vorschläge, wo das zusätzliche Tauschen und Teilen im Westend zu realisieren wäre: 1. Diakoniestation Westend (Kazmaierstraße 56a), 2. Nachbarschaftstreff Westend (Tulbeckstraße 50) und 3. Stiftung Gute Tat (Ridlerstraße 31d). Alle Optionen wären in der Kooperation mit freien Trägern denkbar.

„Raum fürs Projekt“

Auch seitens des Kommunalreferats (KR), als dem Immobilienreferat der Stadt, wurde nach Möglichkeiten gesucht. Eine geeignete Immobilie könne man zwar nicht anbieten, dafür hat das Referat aber eine andere Idee: „Gegebenenfalls eignen sich für die Einrichtung eines Tauschregals die Räumlichkeiten in der Stadtbibliothek Westend, Schießstättstraße 20c.“ Die Bürgerin wurde nun gebeten, sich selbst mit den möglichen Kooperationspartnern in Verbindung zu setzen.
Bei Antragstellung hatte die die Bürgerin angeboten, die Betreuung bzw. den Start von „Westend teilt“ in einem eigenen Raum zu übernehmen. Langfristig könnten freiwillige Helfer sich bei der Betreuung abwechseln. Und Helfer sind auch nötig, um alles vor Ort in Ordnung zu halten, wie die Erfahrung von Ismail Sahin vom MKJZ zeigt: „Etwa sechs Helfer:innen, Jugendliche und das Team des MKJZ räumen das Regal täglich auf.“
Im Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe (BA 8) hofft man nun darauf, dass sich einer der Vorschläge umsetzten lässt. „Mit Räumlichkeiten ist es einfach schwierig“, sagt BA-Vorsitzende Sibylle Stöhr (Grüne). „Es wäre wirklich schön, wenn das Projekt Raum bekäme.“

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