Linseneintopf mit Bauchspeck, dazu ein Fladenbrot, das auf einem heißen Stein gebacken wurde – angesichts solcher Köstlichkeiten, die Claudia Fischer in einem großen Topf über einer Feuerstelle brodeln ließ, ließ sich Stadtarchivar Marcus Guckenbiehl nicht lange zum Essen fassen bitten. Am internationalen Museumstag hatte der Förderverein Stadtmuseum Germering die Mittelaltergruppe Nors Farandi eingeladen. Im Germeringer Rathauspark stellten sie in mittelalterliche Trachten gekleidet alte Handwerkskünste wie Weben, Töpfern oder Glasperlen blasen vor.
Die Gruppe Nors Farandi hat der ehemalige Germeringer Martin Dürrwaechter gegründet. Eigentlich bedeutet der Begriff „Reisende aus dem Norden“ und passt eher auf die Wikingerzeit, aber bei ihren Auftritten stellt die Gruppe vor allem die Bajuwarenzeit im sechsten und siebten Jahrhundert nach.
Im Germeringer Rathauspark hatte sich die Wiese hinter dem Zeit+Raum-Museum in ein Mittelalterlager verwandelt. In der Wiese hatte Dürrwaechter ein Loch ausgehoben. Immer wieder heizte er mit Blasebälgen das Holzkohlenfeuer an. Etwa 1100 Grad Celsius sollten erreicht werden, um Bronze zu schmelzen. Das wurde dann in eine Form gegossen, welche das Germeringer Amulettzierscheibe darstellte.
Daneben stand ein kleiner glühend heißer Lehmofen auf dem Tisch. Hier wurde Glas für bunte Glasperlen geschmolzen.
Ob ihre Vorführungen dem echten Leben in der Bajuwarenzeit wirklich nahe kommen, das können die Darsteller nur vermuten. Denn aus dieser Zeit fehlen schriftliche Belege. Lediglich anhand von Grabbeigaben und archäologischen Funden können Rückschlüsse gezogen werden.
Peter Böhnlein hatte seine Webstühle mitgebracht, in denen bereits handgewebte bunte Stoffe hingen. Daraus macht er typische Kleidung, wie die warme Hose mit dem Zwickel, die noch dazu Füßlinge hat. Aber es wurde auch gestrickt und Christine Lindele führte vor wie man mit der Handspindel Garne spinnen kann. Die selbst genähten Gewänder der Nors-Farandi-Gruppe waren übrigens mit speziellen Pflanzen natürlich gefärbt und erstaunlich bunt. An einem Tisch konnten die Besucher die Färbemittel wie Walnussschalen (braun), Färberwaid (blau), Cochenillelaus (pink) oder Krappwurzel (rot) anschauen.
Sabine Nagl demonstrierte Keramik aus verschiedenen Epochen. Ob Hallstattzeit, La Tène, Römer- oder Bajuwarenzeit – anhand von Formen, Dekor und Aufbau können die Gefäße unterschieden werden.
Für die Verpflegung sorgte Claudia Fischer mit dem bajuwarischen Linseneintopf, zu denen sie Fladenbrot reichte. Sie wurden allerdings nicht mit Weizenmehl, sondern mit Dinkel gebacken – so wie früher. An ihrem Tisch demonstrierte sie auch andere Getreidesorten aus der damaligen Zeit wie Nackthafer, Nacktgerste, Emmer, Einkorn, Dinkel oder Kamut.
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