Die Gemeinde Langenpreising biegt auf die Zielgerade ein, und ganz nebenbei hat Bürgermeister Peter Deimel (Freie Wähler) kurz nach der Halbzeit der Wahlperiode eines seiner zentralen Wahlversprechen eingelöst: Ein Gewerbegebiet konnte in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden. Mit diesem Vorhaben hatte er auch die CSU im Rücken, die ebenfalls Gewerbeflächen zum Wahlkampfthema gemacht hatte.
Entsprechend einig war der Rat sich jetzt bei der Fassung des Feststellungsbeschlusses für die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes. Für Deimel ist klar: Jetzt muss ganz schnell der nächste Schritt kommen. Der Bebauungsplan, der auf diesem Flächennutzungsplan aufbaut, denn: Die ersten konkreten Anfragen sind da. Das sagte der Bürgermeister auf Nachfrage des Kurier Erding. Dennoch dauerte das Verfahren für diese Änderung des Flächennutzungsplans zweieinhalb Jahre.
Die ungewöhnlich lange Zeit hat Gründe: Der Widerstand einiger Fachbehörden war zunächst massiv. Das ging schon damit los, dass das Gelände von einer alten Römerstraße tangiert wird, und prompt auch Bodendenkmäler gefunden wurden.
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Die damit verbundenen Kosten führten zunächst sogar zu Überlegungen, das Vorhaben gar nicht weiter zu verfolgen. Dann erschien Fachbehörden, vor allem aber der Nachbarstadt Moosburg (Kreis Freising), die Fläche zu groß. Planer Franz Pezold halbierte das Planungsgebiet, konkretisierte die Begründung, und stimmte damit sogar die höhere Landesplanungsbehörde um. Das Gelände wird unmittelbar an einem geplanten Autobahnzubringer liegen, befindet sich jetzt schon an einer leistungsfähigen Straße in Richtung Landshut, und ist darum gut erschlossen.
Blieb das Problem des sogenannten Anbindungsgebotes. Da mussten Planer, Bürgermeister und Gemeinderäte gleichermaßen die Augenbrauen hochziehen. Einerseits werde verlangt, dass Gewerbegebiete an bestehende Siedlungseinheiten anzubinden sind, andererseits hätten diese Siedlungsgebiete dann aber auch Anspruch auf Schutz vor Immissionen.
Diese Argumentation zog letztlich, auch dieses Thema war vom Tisch. Nach vielen Seiten Papier, Gutachten, Telefonaten und persönlichen Gesprächen konnte Planer Franz Pezold jetzt feststellen: Die Zahl der kritischen Stellungnahmen ist deutlich reduziert. Die verbleibenden Kritiker erwiesen sich als letztlich unbedeutend. Das galt vor allem der Stadt Moosburg, die sich gegen jede Gewerbegebietsausweisung in der Nachbarschaft wendete, im konkreten Fall aber für ihre Stellungnahme eine veraltete Planung als Grundlage wählte. Prompt fiel auch dieser Protest durch. Peter Deimel kann jetzt an die nächsten Schritte gehen.
sy