Orgel erklingt wieder


Von Tanja Beetz [tab] (tanja.beetz@muenchenweit.de, tab)
Armin Becker spielt Werke von César Franck und Edward F. Johnston. (Foto: Armin Becker)
Armin Becker spielt Werke von César Franck und Edward F. Johnston. (Foto: Armin Becker)
Armin Becker spielt Werke von César Franck und Edward F. Johnston. (Foto: Armin Becker)
Armin Becker spielt Werke von César Franck und Edward F. Johnston. (Foto: Armin Becker)
Armin Becker spielt Werke von César Franck und Edward F. Johnston. (Foto: Armin Becker)

Zu einer Orgelmatinée wird am Sonntag, 9. Oktober, in St. Matthäus (Nußbaumstr. 1) eingeladen. Beginn ist um 11.30 Uhr. Es erklingen Werke von César Franck und Edward F. Johnston. Die Texte liest Pfarrer Norbert Roth, an der Orgel spielt Armin Becker.

Deutsche Vorfahren

In diesem Jahr wird des 200. Geburtstags von César Franck gedacht, dessen Bedeutung für die französische Orgelromantik kaum überschätzt werden kann. Zahlreiche Werke des aus Belgien stammenden Komponisten, der auch deutsche Vorfahren hatte, sind in den Matinéen und Konzerten in der Matthäuskirche bereits erklungen. In den weiteren Orgelmatinéen dieses Jahres, die jeweils am zweiten Sonntag des Monats um 11.30 Uhr stattfinden, stehen einige der beliebtesten Orgelwerke César Francks auf dem Programm. Am 9. Oktober wird sein Opus 18 zu hören sein. Die mit „Prélude, fugue et variation” betitelte dreiteilige Komposition wurde wahrscheinlich ursprünglich als Duo für Klavier und Harmonium konzipiert. Des weiteren erklingt die „Sortie in F-Dur” aus der umfangreichen Sammlung „L'Organiste”, die für Harmonium geschriebene Stücke für den liturgischen Gebrauch enthält. In der Bearbeitung für Orgel mit Pedal erweist sich die kleine Komposition aber als durchaus respektable Toccata.

Vergessener Spätromantiker

Den beiden Kompositionen des Jubilars César Franck gegenübergestellt wird Edward F. Johnston, ein weitgehend vergessener Spätromantiker, der aus Schottland stammte, 1907 nach New York emigrierte und sich dort insbesondere für Robert Hope-Jones einsetzte, der als Erfinder der Kinoorgel gilt. So verwundert es auch nicht, dass in seiner 1912 erschienen Komposition „Autumn” Glocken zum Einsatz kommen. Glocken gibt es in der Steinmeyer-Woehl-Orgel der Matthäuskirche zwar noch nicht, sie sind aber in Planung, und so lange mögen Armin Beckers Registrierkünste einen Vorgeschmack auf die faszinierende Wirkung geben, die echte Glocken als Effektregister in einer Orgel entfalten können. Als zweites Werk von Edward F. Johnston steht die „Forest Vesper” auf dem Programm, in deren Mittelteil das in München einzigartige Fernwerk mit seiner Vox humana besonders eindrucksvoll eingesetzt wird. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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