Sie ist die einzige Realschule in ganz Deutschland, die in der Kategorie „Herausragende Leseförderung an Schulen“ unter den zehn besten Schulen für den Deutschen Lesepreis nominiert ist: die Realschule Unterpfaffenhofen.
Unter mehr als 400 Bewerbern schaffte die Germeringer Schule diesen Spitzenplatz. Insgesamt wurden 50 Projekte in fünf unterschiedlichen Kategorien für die „Shortlist des Deutschen Lesepreises“ nominiert. Die weiteren Kategorien sind „Herausragendes individuelles Engagement“, „Herausragendes kommunales Engagement“, „Herausragende Sprach- und Leseförderung in Kitas“ und „Herausragende Förderung mit digitalen Medien“.
Ein inklusives Märchenbuch in Leverkusen, eine Leseaktion für Betroffene der Hochwasserflut im Ahrtal in Adenau, ein Kinderliteraturfestival in Hannover oder den „Buchfindomaten” in Berlin sind nur einige der Aktionen der Nominierten. Aus unserer Region gibt es außer der Realschule nur noch die Gemeindebibliothek Eichenau, mit ihrer muttersprachlichen Abteilung für die aus dem Kriegsgebiet geflüchtete Familien, die in die Endauswahl gekommen ist.
Die Jury war besonders davon angetan, dass an der Germeringer Realschule die Lesekompetenz auf unterschiedliche Weise gefördert wird. Die Kinder aus den unteren Klassen fünf bis sieben können sich beispielsweise auf eine „Lesereise“ begeben. Dabei erhalten sie für zehnmal zehn Minuten Lesen einen „Lobschein“. Diese Scheine hat die Realschule für gute Noten, gutes Verhalten oder besonderen Fleiß eingeführt. Die Scheine gehen in eine Lotterie, bei der die Kinder Preise gewinnen können.
Neben der oft als „langweilig” empfundenen Klassenlektüre dürfen sich die Kinder Bücher nach ihrem Geschmack aus einem „offenen Bücherschrank“ holen. Und wer sich gerne mit anderen misst, kann beim Lesewettbewerb teilnehmen.
Natürlich finden auch Exkursionen in die Stadtbibliothek und in Buchhandlungen statt. Besonders beliebt bei den Jugendlichen ist ein Zeitschriftenprojekt, das in den höheren Klassen durchgeführt wird. Neu eingeführt wurde auch der „Buchtipp des Monats”, der in einem Schaukasten vorgestellt wird.
Wer unter den Schulen den Deutschen Lesepreis gewinnen wird, dieses Geheimnis wird bei der Preisverleihung am 7. März 2023 in Berlin gelüftet. Die Preise sind insgesamt mit 25.000 Euro dotiert. Der Deutsche Lesepreis ist seit 2013 eine gemeinsame Initiative von Stiftung Lesen und der Commerzbank-Stiftung und steht unter der Schirmherrschaft von Kultusministerin Claudia Roth. Jörg Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen betont: „Lesen ist der Ausgangspunkt für ein aktives und selbstbestimmtes Leben. Um Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene für das Lesen zu begeistern, braucht es Menschen, die sich mit neuen Ideen, großer Ausdauer und viel Enthusiasmus engagieren.“ Das ist dringend notwendig. Studien haben große Defizite bei der Lesekompetenz von Kindern in Deutschland gezeigt, heißt es in einer Pressemitteilung des Deutschen Lesepreises.