Der Countdown läuft. Noch bis zum 30. April können sich Germeringer für das Projekt „Streuobst für alle“ bewerben. Bis zum Jahr 2035 möchte das Landwirtschaftsministerium mit Hilfe der Kommunen und der Privatleute eine Million neue Obstbäume pflanzen. Dafür bekommen Gartenbesitzer Obstbäume finanziert. Im Landkreis Fürstenfeldbruck unterstützt die Solidargemeinschaft „Unser Land“ diese Aktion. „Das heißt, die Bäume sind für Sie kostenlos“, heißt es in einem Aufruf der Stadt Germering. Je nach Verfügbarkeit werden die Bäume im Herbst 2023 geliefert.
„Sie können schon bald einen wichtigen Beitrag für wertvolle Lebensräume unterschiedlichster Tierarten leisten und bekommen zusätzlich feines Obst direkt aus Ihrem Garten“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Germering. Allerdings sollte die Aussicht auf einen kostenlosen Obstbaum nicht zu unüberlegten Bestellungen hinreißen. Den „eine Baumpflanzung bedeutet langfristiges Engagement“. Die geförderten Bäume sollten nämlich hochstämmig, also zwischen 140 bis 180 Zentimeter hoch sein, und sie brauchen mindestens drei mal drei Meter Platz. Containerpflanzen werden nicht gefördert. Gepflanzt werden können Apfel-, Birnen-, Kirschen-, Pflaumen-, Walnuss- oder Quittenbaum sowie Wildobst wie Vogelkirsche, Holzapfel, Wildbirne, Eberesche, Speierling, Elsbeere, Maulbeere, Esskastanie und Mispel.
Vor etwa zweieinhalb Jahren wurde in Bayern der „Streuobstpakt“ ins Leben gerufen. Neuanpflanzungen werden durch ein 600-Millionen-Förderprogramm unterstützt. Ziel ist es „die einzigartige Kulturlandschaft und wichtige Biotope der Artenvielfalt“, zu erhalten, betonte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber beim Auftakt. Schließlich bieten Streuobstbäume etwa 5000 Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten heimischen Lebensräumen und sind wichtig für das Kleinklima.
Was aber ist Streuobst? Laut Definition handelt es sich um „Hochstamm-Obstanbau ohne Einsatz synthetischer Behandlungsmittel“. Und der Name „Streu“ stammt von den verstreut stehenden Obstbäumen. Seit April 2021 führt die UNESCO den Streuobstanbau als Immaterielles Kulturerbe in Deutschland. Der Bestand in Bayern wird auf knapp sechs Millionen Streuobstbäume geschätzt.
Die Anfänge reichen in die Urzeit zurück. Seine Blütezeit erlebte der Streuobstanbau von 1930 bis 1955. Dies änderte sich mit dem Flurbereinigungsgesetz von 1957. Für die Fällung von Streuobstbäumen wurden teilweise Prämien gezahlt. In den 1960er Jahren reduzierten sich die Streuobstwiesen dramatisch. Um 1900 gab es noch rund 1000 Obstsorten, heute nur noch wenige. Mit neuen Streuobstwiesen wächst die Vielfalt wieder. In Zusammenhang mit Streuobstwiesen steht die Imkerei. Ohne Bienen würden Bäume weniger Früchte tragen. „Jeder sollte möglichst zum Spaten greifen und Streuobstbäume pflanzen“, folgert Kaniber.
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