Am 20. August wird ein Erinnerungszeichen für Hans Nimmerfall (1872-1934) in der Bäckerstraße 14 gesetzt, heute ein Standort der Münchner Volkshochschule. Nimmerfall war dort, im ehemaligen Pasinger Rathaus, von 1911 bis 1933 Mitglied des Stadtrats. Außerdem war er viele Jahre lang Abgeordneter der SPD im Bayerischen Landtag. In den Jahren 1933 und 1934 wurde er im Konzentrationslager Dachau schwer misshandelt, am 20. August 1934 starb er an den Folgen der unmenschlichen Haftbedingungen.
Die Gedenkveranstaltung findet an Hans Nimmerfalls 90. Todestag ab 17 Uhr statt. Teilnehmen werden unter anderem Angehörige von Hans Nimmerfall, Stadträtin Julia Schönfeld-Knor in Vertretung des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München und Münchens neue Kommunalreferentin Jacqueline Charlier.
Johann (Hans) Nimmerfall kam am 25. Oktober 1872 in München als erstes von 14 Geschwistern zur Welt. Seine Mutter war Köchin, sein Vater Schreinermeister. Auch Hans Nimmerfall absolvierte eine Schreinerlehre, war mehrere Jahre als Handwerksgeselle auf Wanderschaft und arbeitete dann in München. 1895 heiratete er Christine Schultmayer, mit der er sechs Kinder bekam. 1903 zog die Familie in die nahe Stadt Pasing. 1918 trennte sich das Ehepaar und Hans Nimmerfall zog in die Mussinanstraße, die heutige Nimmerfallstraße.
Nimmerfall wurde 1897 Mitglied der SPD, 1900 in den Bezirksvorstand der SPD Südbayern gewählt und 1908 zum Bezirksparteisekretär ernannt. 1912 zog Nimmerfall in den Bayerischen Landtag ein, dem er bis 1920 und erneut zwischen 1924 und 1928 angehörte. In Pasing gehörte er seit 1906 dem Kollegium der Gemeindebevollmächtigten an und war zwischen 1911 und 1933 Stadtrat. Damals war Pasing noch eine eigenständige Stadt. Seit 1912 war Nimmerfall Vorsitzender der dortigen Baugenossenschaft und engagierte sich insbesondere für den Wohnungsbau für Arbeiter: Bis 1933 entstanden 30 Häuser mit 242 Wohnungen.
Am 11. März 1933 verhafteten die Nationalsozialisten Hans Nimmerfall, inhaftierten ihn für mehrere Wochen und ließen ihn kurzzeitig wieder frei. Nach seiner erneuten Verhaftung im Juni 1933 wurde er im Konzentrationslager Dachau interniert. Dort musste der Sechzigjährige schwere Arbeiten leisten und den ständigen Terror der Wachmannschaften erleiden, die ihn körperlich und psychisch zu Grunde richteten. Kurz nach seiner Entlassung starb Hans Nimmerfall am 20. August 1934 im Pasinger Krankenhaus.
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