Der Almsommer neigt sich dem Ende zu und je nach Witterung und Vegetation beginnt nun die Zeit des Almabtriebs. Almwirtschaft gibt es schon seit der Bronzezeit und noch heute nutzen einige Bauern die Bergwiesen als zusätzliche Weide während der Sommermonate.
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Oft gibt es eine Art Genossenschaft, sodass mehrere Bauern eine Alm besitzen und gemeinsam die Kosten für den Senner tragen, der die Tiere in den Bergen hütet. Vom Senner spricht man übrigens nur in Zusammenhang mit Milchwirtschaft. Ist nur Jungvieh auf der Alm heißt er schlicht Hirte. Heimatfilm und Tourismus haben den Sommer auf der Alm romantisch verklärt. Die idyllische Abgeschiedenheit ist in Wirklichkeit geprägt von harter Arbeit bei Wind und Wetter. Die Kühe mussten früher von Hand gemolken werden und noch heute ist es auf der Alm unter Umständen gefährlich. Tiere, die sich in zu steilem Gelände verstiegen haben, müssen geborgen werden. Dazu benötigt man Kraft und viel Mut. Für die meisten von uns wäre es wohl nicht die ersehnte Ruhe, sondern große Aufregung. Zudem ist es eine Menge Arbeit. Verbunden mit der Alm ist nämlich meist eine Käserei, denn die Milch kann ohne Strom nicht gekühlt werden und wird daher zu Käse weiterverarbeitet.
Dazu wird der Milch Säure oder Lab zugegeben und sie dickt ein. Die verdickte Masse muss von Hand fein geschnitten werden. Je fester der Käse werden soll, desto feiner. Anschließend wird der Käse in Formen gepresst. Langweilig wurde dem Senner oder der Sennerin also nie, wie man sieht. Die Käselaibe müssen dann mit Salzlake bestrichen werden. Das Salz gibt dem Käse Geschmack und entzieht Wasser, sodass die Rinde entsteht. Erst jetzt ist der Käse so weit fertig, dass er reifen kann. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Mit Kräutern und Gewürzen lassen sich zahlreiche Käsesorten für jeden Geschmack herstellen.
Ein eindrucksvolles Spektakel mit Schmuck, Geläut und Publikum
Jetzt im Herbst werden die Kühe beim Almabtrieb zurück ins Tal gebracht, im Allgäu heißt es auch Viehscheid. Das ist eigentlich der treffendere Name, denn da die Tiere von verschiedenen Bauern stammen, müssen sie am Scheidplatz im Tal »geschieden«, das heißt, getrennt werden. War der Sommer unfallfrei, werden die Tiere zum Dank mit prächtigem Schmuck ausstaffiert, oft nur die Leitkuh, mancherorts sogar die ganze Herde. Zusammen mit dem Geläut der Kuhglocken ist ein Almabtrieb ein eindrucksvolles Spektakel. Eine ganz andere Art des Almabtriebs hatten wir im Freilichtmuseum vor kurzem. Denn wir haben gleich die ganze Almhütte ins Tal gebracht. Auf der Gotzenalm, bei Berchtesgaden, sollte ein sogenannter Seitkaser aus dem 19. Jahrhundert weichen. Gemeinsam mit meinen Handwerkern ist es mir gelungen, die Hütte abzubauen und per Helikopter ins Tal zu fliegen. Das war nicht ganz einfach und auch wir sind froh, wieder unfallfrei im Tal zu sein.
Demnächst wollen wir das im Blockbau errichtete Gebäude in unserem altbayerischen Dorf aufbauen und wieder als Käserei betreiben. Dann können Sie bei einem Besuch im Museum die Arbeit des Senners hautnah nachvollziehen und erleben. Selbstverständlich auch mit dem Gaumen und ein Stückerl probieren. Bis es allerdings so weit ist, müssen Sie auf Käsegenuss nicht verzichten. In unserer Museumswirtschaft »Beim Wofen« gibt es schmackhafte Brotzeitplatten und bayerische Schmankerl.
Dazu reichen wir das süffige Museumsbier aus unserer eigenen Schöpfbrauerei! Wenn Sie es eher süß mögen, empfehle ich Ihnen unseren hausgemachten Käsekuchen, auch wenn der den Käse nur im Namen trägt und wir Quark verwenden.
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