Am Sonntag, 16. März, findet wieder die Freiwilligenmesse statt - diesmal im Neuen und Alten Rathaus am Marienplatz. 77 Münchner Organisationen, Vereine und Initiativen informieren dabei über verschiedene Angebote für ein freiwilliges Engagement. Hier erzählt Friedl Bunke (Nachbarschaftstreffs) von ihrem Engagement:
Was genau machen Sie in Ihrem freiwilligen Engagement? Was ist Ihre Aufgabe?
Friedl Bunke: Seit meiner Pensionierung bin ich in den Nachbarschaftstreffs Am Isareck, Isareckstraße 46 und der Führichstraße 21 in Berg am Laim, tätig und engagiere mich ehrenamtlich für die Menschen in meinem Viertel.
Ich helfe viermal im Jahr beim Repair-Café. Hier bieten wir die kostenlose Reparatur von Fahrrädern, elektronischen Kleingeräten und Kleidungsstücken an. Die aktuellen Termine zu allen Veranstaltungen finden Sie immer auf der Homepage der Münchner Nachbarschaftstreffs oder als Aushang im Schaufenster.
Die Annahme und Ausgabe von kleinteiligen Sachspenden für unsere Schatzkiste, hier können gute Kleidungsstücke, Spielsachen, Geschirr, Haushaltswaren und Kleinstmöbel ein neues Zuhause finden oder abgegeben werden, findet Am Isareck einmal pro Woche donnerstags statt und in der Führichstraße dienstags und donnerstags. Die Sachen können kostenlos mitgenommen werden und somit ein zweites Leben finden. Das nutzt denen, die nicht viel haben und ist außerdem nachhaltig.
Viele Nachbar*innen freuen sich über die Schatzkiste / Kleiderkammer und finden hier Kleidungsstücke oder Spielzeug für ihre Kinder oder auch kleinere Elektrogeräte für den Alltagsgebrauch. Andere kommen vorbei, spenden regelmäßig schöne Sachen und helfen mit.
Was motiviert Sie, sich zu engagieren?
Friedl Bunke: In erster Linie motiviert mich der Überbau zu den Themen soziales Engagement, Recycling und Nachhaltigkeit; Leute zu treffen, die man sonst nicht kennenlernen würde. Besondere Freude bereitet es mir, eine gute Verständigung herzustellen.
Die Menschen, die haupt- und ehrenamtlich im sozialen Bereich arbeiten, es sind bei uns vorwiegend Frauen, sind offen und selbstbestimmt und haben ein gutes Verhältnis untereinander.
Außerdem finde ich es einfach großartig, meine Zeit sinnvoll zu verbringen.
Was ist Ihr persönlicher, beruflicher Hintergrund?
Friedl Bunke: Ich bin Rentnerin und habe als IT-Systemverwalterin an einer Uni gearbeitet. Seit meinem Renteneintritt liegt mein Schwerpunkt aber bei den Menschen, nicht mehr bei den Computern.
Gab es ein besonderes Erlebnis, das Sie schildern möchten? Hat Sie ein Erlebnis besonders gefreut oder geprägt?
Friedl Bunke: Sofort nach Renteneintritt habe ich mich in der Flüchtlingsarbeit engagiert. Auslöser und Beweggrund war die Flüchtlingskrise im Jahr 2015 und das ausgerufene Motto „Wir schaffen das!” Diese Entschlossenheit mit der Aussage „Zamhalten“ haben mich angespornt.
Was möchten Sie als Botschaft weitergeben?
Friedl Bunke: Es lohnt sich für jeden, denn es ist ein persönlicher Gewinn. Man reift mit den Aufgaben und lernt sehr viel über unsere Gesellschaftsstruktur. Wenn man die Menschen, die da kommen, so nimmt wie sie sind, empfängt man zu 95% Dankbarkeit und Respekt. Die eine zeigen es halt mehr, die anderen weniger. Sehr schade finde ich, dass manchmal so wenig Zeit für den Einzelnen bleibt.
Was haben Sie durch das freiwillige Engagement gelernt?
Friedl Bunke: Den Umgang mit vielen verschiedenen Menschen, Kulturen und dadurch immer wieder neue Überraschungen. Es ist und bleibt spannend. Und diese „Aha“-Erlebnisse. Zum Beispiel kommen Leute aus der Siedlung, die Berg am Laim noch kennen, als es Ackerland war. Dann erzählen sie von ihren Erlebnissen und spannende Gschichtln von früher.